1   Vorbemerkungen

 

Leben und Lernen in einer positiven Atmosphäre sind  Weg und Ziel unserer Erziehungsarbeit. Erziehung zur Selbstständigkeit, Selbstverantwortung und die Förderung sozialer Kompetenz sind unsere grundlegenden Ziele. Im Einzelnen gehören dazu:

  • Wertschätzung der eigenen Person als Grundlage der Wertschätzung anderer
  • Stärkung des Selbstwertgefühls
  • Eigene Gefühle annehmen und vertreten
  • Eigene Bedürfnisse selbstbewusst und angemessen vertreten
  • Sich als Teil einer Gemeinschaft verstehen
  • Verantwortung für sich und andere übernehmen
  • Dinge hinterfragen, Offenheit entwickeln, Andersartigkeit erkennen und tolerieren
  • Gefühle anderer erkennen und respektieren
  • Rechte anderer respektieren
  • Umgang miteinander selbstverantwortlich gestalten
  • Anderen höflich und hilfsbereit begegnen
  • Konflikte ertragen und gewaltfrei lösen
  • Das Lernen selbst organisieren lernen
  • Vereinbarte Regeln einhalten
  • Mit Gegenständen und Sachen sorgfältig und verantwortungsbewusst umgehen

Das vorliegende Konzept setzt einen Orientierungsrahmen für alle am Schulleben Beteiligten.  Jeder Orientierungsrahmen hat Grenzen. Grenzen, die nicht ausgrenzen, sondern - von allen beachtet und eingehalten werden - dem friedlichen Zusammenleben dienen und somit eine positive Lernumgebung schaffen.

Individuelles Fehlverhalten erfordert Konsequenzen. Die darauffolgenden Maßnahmen müssen transparent und nachvollziehbar sein und nicht als Willkür erscheinen. Sie helfen den Schülern Verantwortung für ihr eigenes Handeln zu übernehmen.

Grundlagen der Erziehungsarbeit an der Schule am Buchwedel sind die Vereinbarungen zum STOPP-Programm, die Schulordnung und die allgemeinen Regeln des menschlichen Zusammenlebens.

 

2   Verantwortung übernehmen

 

Schüler lernen Verantwortung zu übernehmen. Dazu haben sie in vielen Bereichen die Möglichkeit:

  • indem sie zu einem störungsfreien Unterricht/ Schulbetrieb beitragen
  • als Klassensprecher, als Schulsprecher
  • in den verschiedenen Gremien der Schule
  • durch ihre Unterstützung bei der Gestaltung von Feiern und Veranstaltungen
  • durch ihr Engagement als Organisatoren beim Fußball- und Hockeyturnier
  • als Schulsportassistenten
  • als Paten für die 5. Klassen

 

3   Würdigung von positivem Verhalten

 

Die Lehrkräfte achten bewusst darauf, gutes Schülerverhalten positiv zu verstärken/ zu würdigen. Dies kann geschehen durch:

  • verbales Lob/ Feedback/ Würdigung von positivem Verhalten/ positiver Leistung durch die Lehrkräfte
  • Gutscheine im Rahmen des STOPP-Progamms
  • positive Bemerkungen auf den Feedback-Briefen im Rahmen des STOPP-Programms
  • positive Bemerkungen bezüglich des Sozialverhaltens auf dem Zeugnis
  • Ehrung der „Besten“ am Schuljahresende
  • Moralpokal im Rahmen des jährlichen Fußballturniers

 

4   Konsequenzen bei Fehlverhalten

 

Fehlverhalten von Schülern im und außerhalb des Unterrichts wird konsequent verfolgt.

In der ‚Wenn-Dann-Liste’ sind Grundsätze und konkrete Vorschläge für den Umgang mit schwierigen Schülern und schwierigen Situationen zusammengestellt, die es den Lehrkräften  ermöglichen, das Erziehungsverhalten aufeinander abzustimmen und weitgehend einheitlich zu gestalten.

Andere oder abweichende Maßnahmen werden individuell im Klassenteam bzw. den pädagogischen Konferenzen beraten, festgesetzt und protokolliert. Der Klassenlehrer bzw. die Fachlehrkräfte legen ggf. Erziehungsmittel fest.

Über Fehlverhalten wird ein Protokoll erstellt. Das Protokoll wird den  Erziehungsberechtigten zur Kenntnis gegeben und in der Schülerakte abgelegt.

 

5   Klassenkonferenzen

 

Bleiben alle von den Lehrkräften eingesetzten Erziehungsmittel wirkungslos, folgt eine Klassenkonferenz gemäß

§ 61 NSchG. Die Entscheidung für eine Klassenkonferenz hängt von der Häufigkeit und/ oder der Qualität des/ der vorangegangenen Vorkommnisse(s) ab. Diese Entscheidung wird individuell von der Klassenlehrkraft bzw. vom Klassenteam getroffen. Die Klassenkonferenz setzt entsprechend der Vorfälle Erziehungsmittel oder eine Ordnungsmaßnahme (siehe § 61 NSchG) fest.

 

6   Zusammenarbeit mit der Polizei

 

Gemäß RdErl. d. MK, d. MI u. d. MJ v. 30.09.2003 Zusammenarbeit zwischen Schule, Polizei und Staatsanwaltschaft (SVBL 2003 S. 380) ist die Schulleitung verpflichtet unverzüglich die Polizei zu informieren. Bei entsprechenden Vorkommnissen (siehe unten) wird die Schulleiterin sofort informiert, um die notwendigen Maßnahmen zu treffen.

......

„Die Schulleitung hat unverzüglich die Polizei zu informieren, sobald sie Kenntnis davon erhält, dass eine der folgenden oder vergleichbaren Straftaten an ihrer Schule oder im unmittelbaren Zusammenhang mit der Schule gegen oder durch ihre Schülerinnen und Schüler begangen worden ist oder eine solche Straftat bevorsteht: Straftaten gegen das Leben, Sexualdelikte wie z.B. Vergewaltigung oder sexueller Missbrauch, Raubdelikte wie das sog. „Abziehen“ von Sachen, gefährliche Körperverletzungen (wie z.B. mit Waffen, gefährlichen Werkzeugen oder gemeinschaftlich begangene), oder andere erhebliche Körperverletzungen, andere Gewaltdelikte, insbesondere solche, die gemeinschaftlich oder wiederholt begangen werden, wie auch besonders schwere Fälle von Bedrohung, Beleidigung (z.B. Sexualbeleidigung), Sachbeschädigung (z.B. Graffiti) oder Nötigung; weiterhin politisch motivierte Straftaten, Verstöße gegen das Waffengesetz, Einbruchsdiebstähle, aber auch einfache Diebstähle, wenn sie wiederholt vorkommen, gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr (z.B. Steinwürfe) und der Besitz, der Handel oder die sonstige Weitergabe von Betäubungsmitteln. Gemeint sind vollendete wie versuchte Delikte. Die Lehrkräfte sind verpflichtet, sofort die Schulleitung zu unterrichten, sobald sie Kenntnis von solchen oder vergleichbaren Straftaten erhalten. „ ....

 

7   Ansprechpartner

 

Neben den Klassen- und Fachlehrkräften können folgende Personen zur Beratung und/ oder Unterstützung in Erziehungsfragen angesprochen werden

  • Beratungslehrerin: NN
  • Sozialpädagogin Frau Scheibler
  • örtliche Polizeidienststelle: Herr Reinhardt
  • Polizei-Inspektion Harburg: Herr Bünger, Berauftragter für Jugendsachen
  • verschiedene Beratungsstellen des Landkreises Harburg
  • Jugendamt
  • Reso-Fabrik
  • Kinderschutzbund

 

8   Evaluation

Das Konzept unterliegt der ständigen Evaluation und wird bei Bedarf fortgeschrieben

Anlage

 

Katalog mit möglichen Erziehungsmaßnahmen bei Fehlverhalten

 

Ein Leitfaden für die gemeinsame pädagogische Arbeit an der Schule am Buchwedel

  Fehlverhalten Maßnahmen
1 Verstoß gegen die   Schulordnung (allgemein)
  • Ermahnung
  • Mitteilung an die Eltern (je nach   Schwere des Verstoßes)
1a unerlaubte   Nutzung von Handy, MP3-Playe und anderen digitalen Speichermedien
  • Abnehmen des Geräts, Abgabe im   Schulbüro
  • Elternmitteilung ‚Handy’ dem Schüler   am selben Tag mitgeben
  • Aushändigen des Geräts nach   Schulschluss am selben Tag.
1b Rauchen
  • Mitteilung an die Eltern
1c Verstoß   gegen Waffenerlass
  • Benachrichtigung der Schulleitung,   in der Regel Klassenkonferenz
2

verbale   Aggressionen, wiederholte verbale Gewalt

(wie z.B.   Beschimpfungen, Beleidigungen, Unverschämtheiten, lauter Ton), pöbelnder Schüler

  • siehe   STOPP-Regeln
  • Aufnahme in die   Klassenregeln
  • Gespräch im   Klassenrat und Konsequenzen für die betroffenen Schüler
  • Gespräch mit   Klassenlehrer, Eltern
  • Beratung durch   die Beratungslehrerin/ die Sozialpädagogin
  • in hartnäckigen   Fällen Elternmitteilung
3 Schüler verlässt nach   Aufforderung durch den Lehrer den Klassenraum nicht
  • im Moment ignorieren
  • zeitnah Gespräch suchen,   Aufforderung wiederholen
  • Unterrichtsstoff ggf. zu Hause oder   beim Nachsitzen nacharbeiten
  • Elternmitteilung
4 unentschuldigtes Fehlen
  • Berücksichtigung bei der Bemerkung zum Arbeitsverhalten
  • siehe Absentismuskonzept
5 mehrfache   nachweisliche Leistungsverweigerung
  • Mitteilung an die Eltern
  • Nacharbeitung des Unterrichtsstoffs   am Nachmittag (Mo., Mi. oder Fr.)
6 Kaugummikauen im Unterricht
  • ausspucken,   in Papier wickeln, in den Mülleimer bringen
  • bei   mehrmaligem Verstoß Elternmitteilung

7

wiederholte mutwillige   Verschmutzung des Klassenraums z.B. grober Müll, der nicht beseitigt wurde
  • Schüler reinigen den Klassenraum nach   Unterrichtsschluss (ggf. im Unterricht, Nachholen der Unterrichtszeit)
  • Putzmittel, -utensilien müssen von Schülern selbst organisiert   werden
8 Verschmutzen (z.B. Bemalen, Beschriften) und   Beschädigung von Mobiliar und Gebäudeteilen
  • reinigen und ggf. ersetzen
  • Rechnung von der Schule oder vom   Landkreis an die Eltern

9

Verwendung von   Spraydosen (Verstoß gegen Waffenerlass)
  • Spraydosen werden abgenommen
  • Mitteilung an die Eltern

10

„Kippeln“ im Unterricht
  • Schüler ermahnen
  • individuelle Maßnahme
11 Verhalten am Kiosk „Wer   sich nicht in der Reihe anstellt, geht leer aus!“
  • Der Kiosk schließt mit dem ersten   Klingeln, der Verkauf wird eingestellt
  • kein Verkauf in der kleinen Pause
12 Verhalten in der Mensa „Wer   sich nicht in der Reihe anstellt, geht leer aus!“
  • Bei nicht   angemessenem Benehmen beim Mittagessen, Ermahnung durch Pausenaufsicht